Kloster Zinna

Am Rande des Niederen Fläming, nahe der Stadt Jüterbog, finden wir Zinna mit seinem rechtwinkligen Straßennetz und den vielen kleinen Weberkaten. Ganz am Rande erhebt sich das ehrwürdige Kloster Zinna. Heute beherbergt es zwei Museen unter einem Dach: Im Museum des Klosters geht es um dessen Geschichte und die Zisterzienser, in der Schaubrennerei kann man erleben, wie die Essenzen für den Kräuterlikör "Klosterbruder" hergestellt werden (probiert und für gut befunden). Im alten Zollhaus von Kloster Zinna wurde eine Handweberei als Museum eingerichtet. Es zeigt alte Handwebstühle und Textilkunst mit praktischer Vorführung. Dort ist es auch möglich einen Imbiss einzunehmen.

Anreise zum Kloster Zinna

Kloster Zinna Zinna ist gut über Jüterbog erreichbar. Die B 101 führt direkt durch den Ort, in dessen Mitte uns ein Standbild Friedrichs des Großen begrüßt. Wie sie mit dem Auto zum Kloster Zinna kommen, können Sie dieser Karte entnehmen. Dicht beim Kloster befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz und die Heidelinde. Die Linde soll etwa 1000 Jahre alt sein und der Sage nach wurden hier in der Nuthe die letzten Heiden getauft.


Die Geschichte des Kloster Zinna

Heidenlinde Klosteranlage Kloster Grafik Altar Klosterkirche Zinna Klosterkirche Zinna Alte Pfarrei Schnaps Brennerei Weberei Weberkaten Zisterzienser Konverse Foto der Mühle im Orginal

In den sumpfigen Niederungen des Nuthe-Urstromtales, dicht bei Jüterbog, wurde 1170 das Kloster Zinna von dem Erzbischof Wichmann von Magdeburg gestiftet. Die ZisterzienserZisterzienser (Sacer Ordo Cisterciensis, Abk. SOCist) Angehörige des von Robert von Molesme in Citeaux 1098 gegründeten benediktinische Reformordens, dessen erster bedeutenster Führer Bernhard von Clairvaux wurde. Blüte im 13. und 14. Jahrhundert, vor allem in Frankreich, Deutschland und England. Bedeutsam durch die fortschrittliche Landwirtschaft; wesentlicher Träger der deutschen Ostkolonisation. schufen im Umkreis um ihr Kloster einen landwirtschaftlichen Großbetrieb, die Grangie.Lateinisch grangia ist von den lateinischen Wörtern granum = Korn, bzw. grangium = Vorratsspeicher abgeleitet. Gemeint waren damit große Kornspeicher, das Merkmal der zisterziensischen Landgüter.

Die Mönche sahen nicht so aus, wie man sich Mönche vorstellte. Sie trugen lange schwarzweiße Röcke, auf der Schulter die Axt und in der Hand den Spaten. Sie sagten, sie zögen nicht zum predigen im Land umher, sondern zum Beten und Arbeiten. Neben ihnen gab es noch klösterliche Arbeiter, die KonversenKonversen waren im mittelalterlichen Kloster Laienbrüder, die in das Kloster eintraten, um ohne Weihen und mit verminderter Gebetspflicht, zur Entlastung der Mönche die körperlichen Arbeiten zu verrichten. , sie legten, wie die Mönche, ein Gelöbnis ab; es band sie ans Kloster und bot ihnen dafür lebenslange Sicherheit.

Die Zisterzienser entwässerten das sumpfige Land und errichteten eine Meierei mit Weinberg in Dobbrikow und eine andere in Gattow. Als der Barnim und Teltow 1250 zu Brandenburg kamen, wurde den Mönchen ein Landstrich südlich von Strausberg überlassen. In der wahrscheinlich vorher unbewohnten Wildnis sind die Dörfer: Hohnau, Klosterdorf, Werder, Zinndorf, Rehfeld, Hornsfeld, Hennikendorf, Rüdersdorf, Kogel, Kienbomen und Lichtenau entstanden. Die ergiebigen Kalkbrüche in Rüdersdorf wurden von ihnen entdeckt und abgebaut, sie sind noch heute vorhanden. 1285 kauften die Brüder die Stadt und Burg Luckenwalde mit elf dazugehörenden Dörfern für 2500 Mark brandenburgischen Silbers. Das Kloster erhob Einkünfte aus 40 Dörfern und besaß dadurch bedeutende Reichtümer.

Die Mönche hatten die Gerichtsbarkeit über alle ihre Dörfer, wozu auch das Hochgericht auf dem Galgenberg bei Jüterbog gehörte. Von einem Fall berichtet der märkische Chronist Peter Haftiz: Zwei Schneidergesellen wurden Pfingsten 1538 in der Scheune eines Bauern, wo sie übernachten wollten, gefangen. Sie wurden als Landfriedensbrecher gerädert. Der Räuber Michael Kohlhase hat in der folgenden Nacht die Räder abhauen und die Körper fortschaffen lassen. An den Galgen heftete er einen Zettel: "Oh, ihr Menschenkinder, wenn ihr richten wollt, so richtet recht, damit ihr nicht selber gerichtet werdet." Bei jeder Hinrichtung musste jeder HüfnerVerwalter einer Dorfgemeinschaft ein Ei und jeder KossätKleinbauer sechs Pfennige an den Klostervogt zahlen. Um dieses Einkommen aus den Dörfern zu beziehen, hat man möglichst oft hingerichtet.

Seit dem 14. Jahrhundert wurden die im Wohlstand lebenden Mönche, gleich den älteren Mönchsorden, so die Chronik von Jüterbog, faule Bäuche. Sie schlossen sich mit den weltlichen höheren Ständen zusammen, um die niedrigen Stände auszubeuten.

Mit dem Schutz gegen äußere Feinde war es schlecht bestellt. Die kriegskundigen Raubritterscharen der Quitzows, Rochows und Putlitz haben zu Anfang des 15. Jahrhunderts reiche Beute aus den Klosterdörfern geholt. Der Klostervogt musste die aus den Dörfern ausgehobenen Mannschaften in den Krieg führen, sie hatten den kriegserfahrenen Rittern aber wenig entgegenzusetzen.

Mit den letzten Mönchen verließ Abt Valerian das Kloster Zinna 1547. Es wurde säkularisiertUmwandlung von geistlichem Besitztum in weltliches., und die Verwaltung Amtshauptleuten übergeben.

Zum Kloster gehörten folgende Gebäude: die Abtei, das Konventhaus mit überwölbten Sälen im Unterstock, ein Schlafhaus und ein Siechenhaus. Mönchshaus und Kirche waren durch einen Kreuzgang verbunden. Das Ganze wurde von einer Mauer umschossen. Nordwärts, außerhalb der Klostermauer, stand eine kleine Kapelle für die Frauen, welche nach den Ordensregeln im Kloster nicht zugelassen waren. In einiger Entfernung vom Kloster lagen der Wirtschaftshof und die Mühle. Die Mühle wurde 1972 abgerissen und nicht mehr aufgebaut.

Die Klosterkirche wurde 1179 eingeweiht. Der Bau besteht durchgängig aus Granitquadern; die oberen Kreuzgewölbe sind aus Sandstein. 1898 wurde die Kirche wieder hergestellt.

Neben dem Kloster wurde 1764 der Ort Zinna gegründet. Die preußische Regierung zurzeit Friedrich des Großen ließ 150 Häuser bauen und verschenkte jedes mit je 2 Morgen Gartenland an einwandernde Weber aus Sachsen und der Oberlausitz.

1897 Restaurierung und Neuausmalung der Klosterkirche
1995/96 Restaurierung der Baer Orgel
1996 Start der Kloster-Zinna-Sommermusiken
2001 Beginn der Restaurierung der Klosterkirche
2003 Wiederherstellung des Kloster-Kreuzganges als Bodendenkmal
2004 Restaurierung der Abtskapelle


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