Traum

Mir träumte, ich ging durch viele leere Straßen
Die Laternen warfen düster ihre Schatten
Der Wind strich laut heulend durch die engen Gassen
Es trieb mich Unruh, die - die ich nicht konnt fassen
Es krächzten Raben, öde Melodien vom Tod
Der volle Mond vor seinem Hof kündete Not
An einem Brunnen, da stand eine schöne Maid
In einem, von rotem Blute getränkten Kleid
Sie stand da, mit einer Harfe in düstrer Pracht
Mit schönen rotem Munde, der niemals mehr lacht
Sie sang ihre Lieder, die schauerlich klangen
So daß ich eiligst bin von dannen gegangen
Ein kalter Schauer, meine Glieder durchgraute
Als ich in meine dunkle Grabeshöhle schaute
Und in tiefe, schwindelnde Todesnacht stürzte

Bernd Wohlers  Winter 2008

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