Alter Zaun - Neue Grenze

Wie eine Frau, Besitz und damit verbundene Macht zum Nachteil der Bevölkerung zweier Dörfer einsetzt.

Erster Erdwall Zweiter Erdwall gefällter Baum Baumsperre Zaun über Waldweg Tor über Straße Ein neues Tor

Nahe bei Berlin liegen zwei Dörfer. An einer Stelle werden sie durch ein kleines Waldstückchen, "In den Kuscheln" getrennt. Von dem einen, Rüdersdorf, führen zwei Wege durch den Wald nach Woltersdorf. Die zwei Wege werden in der Mitte zu einem Weg und dieser läuft an einer alten stillgelegten Fabrik und einer Laubensiedlung vorbei. Seit wohl mehr als 100 Jahren benutzen die Bewohner diese direkte und kurze Verbindung von Dorf zu Dorf. Schulkinder fuhren mit ihren Rädern zur Schule, Frauen mit Kinderwagen gingen dort spazieren, es war eine friedliche Idylle.

Der Haken an der Sache ist, der Weg führt über privaten Besitz. Das ist nie groß in das Bewusstsein der Menschen gedrungen, denn die Besitzer ließen die Menschen passieren. Bis dann eines Tages die jetzige Besitzerin, Frau Höhne meinte, nun sei es genug mit der Großzügigkeit.

Im Juni diesen Jahres orderte sie eine große Baumaschine und ließ auf der einen Seite zum Wald, quer über den Weg, einen Erdwall aufschütten und auf der anderen Seite, zur Rüdersdorferstraße, ein nie benutztes Tor schließen und mit Schlössern sichern. Schilder wurden aufgestellt: "Betreten verboten". Alles war ratlos, warum nur macht sie das? Eine Antwort gab's nicht. Die Alten und die Kinder blieben als erste auf der Strecke, die konnten nicht über das Tor, Zaun und Erdwall klettern. Den Jugendlichen machte das keine Probleme.

In der Zwischenzeit haben sich viele telefonisch und schriftlich an die beiden Gemeindeverwaltungen gewandt. Der Woltersdorfer Bürgermeister Höhne hüllt sich bis heute in Schweigen. Die Schwierigkeiten, die Frau Höhne der Bevölkerung macht, möchte er wohl nicht der Öffentlichkeit darlegen, warum auch immer. Ob Eingaben, Beschwerden oder Anzeigen, dass Amt Woltersdorf scheint ob der Angelegenheit Frau Höhne verstorben zu sein.

Frau Höhne merkte natürlich schnell, dass der Verkehr zwischen den Dörfern munter weiterging und ergriff Gegenmaßnahmen. Mit der Zeit wurde der Erdwall erhöht, ein Baum legte sich rechtzeitig zu Boden, seine Krone wurde oben auf den Wall drapiert. Am Tor, auf der anderen Seite, wurden zusätzliche Zaunelemente aufgestellt.

Alles half nichts, die Jugend der Dörfer war sportlich, bezwang alle Hindernisse ohne dabei das Handy aus der Hand zu legen. Nun wurde zusätzlich ein Zaun vor dem Erdwall gebaut. Nichts nutzt es, nur die Kinder, die Alten und die Frauen mit den Kinderwagen blieben auf der Strecke und der Bürgermeister, er schweigt, hat er nichts zu sagen?

Nun beginnt die Schule! Kinder die bisher zur Schule mit dem Fahrrad durch den Wald fuhren, die müssen nun große Umwege auf vielbefahrener Straße ohne Radweg fahren. Radwege sind teuer. Dafür haben die Woltersdorfer ein bombastisches Rathaus, mit einem schweigsamen Bürgermeister Höhne, jedenfalls schweigt er, wenn's um Frau Höhne geht.

Nachtrag 21. März 2009
Etwas merkwürdiges ist passiert. Seit ich den Artikel geschrieben habe, sind mir bis heute zweimal Schläge von verschiedenen Menschen, die ich nie zuvor sah, angeboten worden. Heute hat sogar ein Schäferhund an meinem Oberschenkel genagt und der Besitzer hielt mir die Faust vor die Nase.

Was ist denn an diesem Artikel dran, dass mich immer wieder Wildfremde verprügeln wollen? Ob da im Hintergrund ein Regisseur plant und lenkt?



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