Die KWU, Müllabfuhr in LOS

Endlich verschwindet sie, die übelriechende Biotonne der KWU. Ab 2010 ist es soweit, der Bürger möchte ab dann seinen Biomüll wie vor 10 Jahren in die Restmülltonne entsorgen. Die Restmülltonne wird dafür nicht mehr alle 14 Tage geleert (nur 120-240L Tonnen) sondern nur noch alle 4 Wochen. Die Tonne, in die nun zusätzlich auch noch der Bioabfall rein muss, wird nur noch halb so oft geleert wie vorher, die Gebühren werden sich aber bestimmt nicht halbieren. Das Einsparpotenzial soll 137.000 Euro betragen, aber der Kunde soll davon nicht viel bemerken. Es wäre ja auch verwunderlich, wenn Einsparungen an den Geldgeber zurückfließen würde.

Die KWU findet das, was sie ihren Kunden nun seit 10 Jahren zugemutet hat, nicht sehr ökonomisch und auch nicht ökologisch. Das sie 10 Jahre brauchte um zu dieser Erkenntnis zu kommen, da kann man der KWU nicht absprechen, dass sie ihre ökologische Intelligenz bisher geschickt verborgen hat.

Es werden aber eher andere Gründe sein, die zu der Entscheidung führten. Die KWU betreibt zusammen mit einem anderen Abfallverband eine Restmüllanlage (Raba) und die ist nicht ausgelastet. Wenn die Raba nicht ausgelastet ist, kommen auf die KWU Strafgebühren zu, so stattliche 1.5 Millionen Euro im Jahr. Die müssen dann auf die Gebührenzahler, auch auf die der KWU umgelegt werden. Warum ist so eine Anlage eigentlich nicht ausgelastet? Vielleicht in kommunaler Großmannssucht etwas zu groß geplant?

Die Raba ist nicht nur nicht ausgelastet, sie stellt aus dem Abfall einen Brennstoff her der sich schlecht vermarktet. Wenn dem Brennstoff mehr organische Anteile zugemischt würden, wären die Chancen besser das Zeug loszuwerden. Von Geschäft kann man dabei nicht unbedingt reden, Die Raba müsste dann dem Käufer weniger zuzahlen, damit der den Brennstoff überhaupt abnimmt. Da kommt wieder die gut verborgene ökonomische Intelligenz der kommunalen Wirtschaft zum Vorschein. Wozu stellt man etwas her, dass keiner haben will und dann gleich noch in einer überdimensionierten Anlage?

Wenn es dem Gebührenzahler zu viel, sprich zu teuer wird, dann sucht er nach einer kostengünstigeren Lösung. Er, der Kunde will ja nicht die Experimente und zu großzügig gebauten Anlagen der Kommunen unterhalten, das sollen die Schlauberger mal allein finanzieren. Beim Ausbrüten ihrer Fehlschläge haben sie sich ja auch nicht dreinreden lassen. So entsorgen einige, es werden mit Sicherheit mehr werden, ihren Müll heimlich in Wälder, am Straßenrand und wer weiß wo sonst noch. Das ist nicht sehr ökologisch, dafür ökonomisch, jedenfalls für den, der nicht erwischt wird.

Die KWU hats ausgerechnet, um satte 30% hat 2008 der illegale Müll in der Natur zugenommen. 465 Tonnen Schutt, Reifen, Autos und anderes hat das kommunale Wirtschaftsunternehmen einsammeln dürfen und die Kosten mit 45.000 Euro beziffert. "Wir hatten es mal besser im Griff", so eine Mitarbeiterin der KWU. Ich bin ja kein Prophet, aber wie hoch die Prozentzahl des herrenlosen Mülls in der Natur nach den Ankündigungen für 2010 nach oben schnellen wird, das kann sich jeder selber prophezeien.

Wo für immer weniger Leistung immer mehr Geld gezahlt werden soll, sucht der Zwangskunde, dem man zuviel Zwang angetan hat, nach eigenen Lösungen.



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