Die Pyramide des Grafen Schmettau

Garzau, ein lohnendes Ausflugsziel nahe Berlin

Pyramide Portal Fenster Grabkammern Innenraum Sicht von oben Fresko an der Straße

Von Strausberg kommend fahren wir in Richtung Rehfelde und treffen nach einigen Kilometern auf Garzau Dort führt die "Alte Heerstraße" linker Hand am Schloss vorbei und trifft auf den Weg "Am Gutshof". Rechterhand des Weges befinden sich einige Parkplätze, die man benutzen sollte, denn der weitere Weg läßt sich in kurzer Zeit besser zu Fuß zurücklegen.
***

1779 hatte Graf Schmettau das Gut Garzau gekauft und mitten im Park auf einem Hügel eine 14 Meter hohe Grabpyramide errichten lassen. Ihr zu Füßen war ein Weinberg angelegt, dessen Reben sich in einem See spiegelten. Das Bauwerk wurde auch als Aussichtsturm genutzt, von dem man zu besonderen Anlässen Feuerzeichen ins Land senden konnte.
***

Seine Grabstätte konnte er nie beziehen, die Wirren seiner Zeit brachten ihm ein vorzeitiges Ende. Aus einem Brief von Charlotte von Stein in Weimar am 24. Oktober 1806 an ihren Sohn: "Während die Kugeln des entsetzlichen Kanonierens in die Stadt flogen, brachte man mir einen preußischen, schwer verwundeten General; es war Graf Schmettau".
***

Sechs Tage zuvor war der Graf seinen Verletzungen erlegen, die er sich am 14. Oktober in der Schlacht von Jena und Auerstedt gegen französische Truppen unter Napoleon zugezogen hatte. Er wurde auf dem Jokobsfriedhof in Weimar beigesetzt. Goethe initiierte ein Grabmal und verfasste die Inschrift.
***

Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau wurde als Sproß einer alten schlesischen Familie am 24. April 1743 in Berlin geboren und ist heute vor allem als Schöpfer des nach ihm benannten Schmettau' schen Kartenwerks bekannt. Er war ein hervorragender Kartograf, Militärschriftsteller und gestaltete Parks und Gärten, darunter Garzau und Schloss Köpenick.
***

Von all dem war bis vor kurzem nichts mehr zu sehen, der Hügel war zugewuchert und die Pyramide nur noch ein Torso. 200 Jahre Raubbau hatten dem Bauwerk übelst mitgespielt. Das Portal des einzigartigen Bauwerks wurde 1815 in die Strausberger Marienkirche eingefügt.
***

Im Oktober 2000 wurde der "Förderverein Pyramide und Schlosspark Garzau" gegründet. Der Verein sieht in der Rekonstruktion der Pyramide und des Schlossparks eine einmalige Chance ein Zeugnis preußischer Gartenkultur in der Zeit zwischen Barock und Romantik auferstehen zu lassen. Weitere Infos auf der Seite von Garzau
***

Heute ist die Pyramide ein sich lohnendes Ausflugsziel, der Außenbau ist fast abgeschlossen. Die Innenräume warten noch auf ihre Rekonstruktion. Wie sie einst ausgesehen haben, ist bekannt. Aus alten Beschreibungen entnehmen wir, dass hier Figuren und Vasen aufgestellt waren und die von einem Lichtschacht durchbrochene Decke bemalt war.


Kommentar schreiben


Top